Arbeiten in Deutschland
Was Sie wirklich erwartet
Gehalt, Arbeitszeiten, Anerkennung, Alltag: die Fakten, ohne Hochglanzbroschüre.
Deutschland fehlen Pflegekräfte, und das Land weiß es. Die Regeln für die berufliche Zuwanderung wurden gelockert, und die Einrichtungen werben aktiv im Ausland an. Das ist eine echte Chance — vorausgesetzt, man weiß, worauf man sich einlässt.
Was folgt, sagen wir jeder Kandidatin und jedem Kandidaten im ersten Gespräch. Weder Versprechen noch Abschreckung: die Fakten.
Die Fakten
Was Sie vor der Entscheidung wissen sollten
Das Gehalt
Eine ausländische Pflegekraft wird nach demselben Tarifvertrag bezahlt wie eine deutsche Kollegin, ohne Abschlag. Jedes niedrigere Angebot sollte Sie misstrauisch machen.
Die Anerkennung
Sie wird von der Landesbehörde geführt, nicht auf Bundesebene. Häufig ergeht eine teilweise Anerkennung, ergänzt durch ein begleitetes Praktikum oder eine Kenntnisprüfung.
Die Arbeitszeiten
Schichtdienst, Wochenenden und Nächte inbegriffen, wie überall. Die Stationen sind oft angespannt — genau deshalb wird angeworben.
Die Sprache im Alltag
Mit B2 kann man arbeiten, aber nicht alles verstehen. Die ersten Monate sind anstrengend, besonders bei Dialekten und im Gespräch mit Angehörigen.
Die Wohnung
In den großen Städten die größte Hürde. Wir suchen Ihre Wohnung vor der Abreise, nie danach.
Die Familie
Der Familiennachzug ist möglich, mit Einkommens- und Wohnraumbedingungen und zusätzlichen Fristen. Von Anfang an mitzudenken.
Ohne Umschweife
Was schwer ist
Die ersten Monate sind hart. Die Sprache ermüdet, das Klima überrascht, die deutsche Verwaltung ist fordernd und mit Verspätungen wenig nachsichtig. Das Heimweh ist real und trifft meist im dritten Monat, wenn die Aufbruchsstimmung verflogen ist.
Genau deshalb endet unsere Begleitung nicht am Flughafen. Die sechs Monate Betreuung sind kein Verkaufsargument: Es ist der Zeitraum, in dem sich die meisten Abbrüche entscheiden.
- ✓Der Winter ist lang und dunkel, mehr als die Temperatur vermuten lässt
- ✓Die Verwaltung erwartet eingehaltene Fristen und vollständige Unterlagen
- ✓Kolleginnen sind professionell, aber die Geselligkeit am Arbeitsplatz ist zurückhaltender
- ✓Alltagsrassismus existiert, wie überall; seriöse Arbeitgeber dulden ihn nicht
- ✓Eine teilweise Anerkennung verlangt nach der Ankunft zusätzlichen Einsatz